Welches Wasser für Tee? Härte, Filter und richtig aufkochen
Inhalt
Für Tee empfiehlt der Deutsche Teeverband frisches, möglichst weiches Wasser, das nur einmal aufgekocht wird.1 Was das im Alltag heißt – vom Leitungswasser über Filter bis zur richtigen Temperatur –, steht hier.
Die kurze Antwort
- Frisch: Immer frisches Wasser nehmen, kein abgestandenes.1
- Weich: Weiches, kalkarmes Wasser ist für Tee besser; bei hartem Wasser nennt der Teeverband einen Wasserfilter oder stilles Mineralwasser.1
- Einmal aufkochen: Nur kurz und möglichst nur einmal aufkochen und sofort aufgießen.12
- Kalt zapfen: Kein Warmwasser aus der Leitung verwenden.5
Leitungswasser: ja – mit zwei Handgriffen
Egal ob hart, mittel oder weich: Leitungswasser ist nach Angabe des Umweltbundesamts immer von bester Qualität.3 Zwei Dinge rät das Umweltbundesamt trotzdem:
- Ablaufen lassen, wenn es länger stand. Wasser, das vier Stunden oder länger in der Leitung gestanden hat – zum Beispiel über Nacht –, soll nicht zum Trinken oder Kochen verwendet werden. Lassen Sie es laufen, bis es deutlich kühler aus der Leitung kommt.5 Das abgelaufene Wasser eignet sich zum Blumengießen.5
- Kein Warmwasser aus der Leitung. Es steht länger in Kontakt mit der Installation, und höhere Temperaturen fördern den Übergang unerwünschter Stoffe ins Wasser.5
Hart oder weich – was kommt bei mir aus dem Hahn?
Je härter das Wasser, desto mehr Calcium und Magnesium sind darin gelöst.3 Das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz unterscheidet drei Härtebereiche:4
| Härtebereich | Calciumcarbonat je Liter |
|---|---|
| weich | weniger als 1,5 Millimol |
| mittel | 1,5 bis 2,5 Millimol |
| hart | mehr als 2,5 Millimol |
Ihren Härtebereich muss Ihnen der Wasserversorger mindestens einmal im Jahr mitteilen, außerdem bei jeder dauerhaften Änderung.4 Im Zweifel fragen Sie dort nach.
Selbst probieren: Gießen Sie denselben Tee einmal mit Leitungswasser und einmal mit stillem Mineralwasser auf und vergleichen Sie. So merken Sie, ob sich ein Filter für Sie lohnt.
Filter oder Mineralwasser?
Bei hartem Wasser nennt der Teeverband zwei Wege: einen Wasserfilter, der den Kalk zum größten Teil bindet, oder stilles Mineralwasser.12
Wichtig beim Filter: In Filtern, die nicht regelmäßig getauscht werden, können sich laut Umweltbundesamt Bakterien vermehren; zurückgehaltene Stoffe können sich anreichern und wieder ins Wasser gelangen. Das Umweltbundesamt rät deshalb von Geräten zur zusätzlichen Aufbereitung von Leitungswasser ab.5 Wer für den Geschmack trotzdem filtert, wechselt die Kartusche so oft, wie der Hersteller es angibt, und nimmt das gefilterte Wasser frisch.
Nur einmal aufkochen
Der Teeverband rät, das Wasser nur kurz und möglichst nur einmal aufzukochen: Frisches Wasser schmeckt deutlich besser als abgestandenes und enthält mehr Sauerstoff.1 Nach dem Aufkochen soll es sofort aufgegossen werden – abgestandenes oder zu lange gekochtes Wasser macht den Aufguss fad.2
Praktisch heißt das: Den Wasserkocher vor jedem Aufguss leeren und frisch füllen, statt den Rest vom Morgen ein zweites Mal aufzukochen.
Wie heiß?
Kräuter- und Früchtetee immer mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen – das Bundesinstitut für Risikobewertung rät dazu wegen möglicher Keime.6 Grüner und weißer Tee brauchen dagegen weniger: für grünen Tee 70 bis 85 Grad, für weißen rund 70 Grad; schwarzer Tee 90 bis 95 Grad.7
Alle Temperaturen und Ziehzeiten: Ziehzeit-Tabelle. Wer die Temperatur genau einstellen will: Wasserkocher mit Temperatureinstellung. Und wenn der Tee trotzdem nicht schmeckt: Tee bitter? und Wie viel Tee pro Tasse?
Quellen
- Wasser – die unterschätzte Zutat — Deutscher Tee & Kräutertee Verband
- Der Aufguss – Gut zu wissen — Deutscher Tee & Kräutertee Verband
- Hartes Wasser, weiches Wasser — Umweltbundesamt
- Wasch- und Reinigungsmittelgesetz § 9: Angabe der Wasserhärtebereiche — Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)
- TrinkWas – Trinkwasser aus dem Hahn (Ratgeber, Stand Februar 2020) — Umweltbundesamt
- Kräutertees unbedingt mit kochendem Wasser aufgießen — Bundesinstitut für Risikobewertung, Presseinformation Nr. 37/2005 vom 14.12.2005
- Was ist die optimale Aufgusstemperatur für Tee? — Verbraucherzentrale Südtirol, 17.12.2018 (Druckfassung)